Tag 15
Das erste französische Croissant - wir sind wirklich da!

 Oppenheim - Mulhouse - Brunstatt ca. 20 Km

Wie bereits erwähnt, ist der Start nicht gut, sondern ziemlich zerknirscht. Mir hämmert der Schädel und ich habe kaum Power. Bei der besseren Hälfte kommt es noch härter: Beim Aufstehen und Einpacken, verdreht er sich anscheinend so blöd, dass es ihm einen Hexenschuss reinschießt! Oh mein Gott!!! Hört das denn nie auf mit unseren Zipperlein? Zum Glück hat er nur einen leichten, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden ... Ich hoffe es natürlich nicht! Dementsprechend muss ich heute den Laden ziehen. Mit meiner Matschbirne und meinen lediglichen 20% von 100%. Na, das kann ja was werden! 

Und dann kommt es sogar noch härter: In einem Waldstück entdecke ich, dass eine Speiche an meinem Hinterrad gebrochen ist. Madre Mia! Was ist denn los? Als ich aber in das gequälte Gesicht der besseren Hälfte blicke, wird klar, jetzt ist keine Zeit zum Verzweifeln. Ich muss heute die Starke sein, auch wenn ich mich gar nicht so fühle. Ich muss den Karren ziehen. Und ich ziehe ihn! Bis zur ersten Boulangerie (franz.= Bäckerei) hier in Frankreich. Und da sind dann zum Glück für 6 Minuten alle Wehwehchen, gerissenen Speichen und was weiß ich nicht noch, vergessen.

Da zählt nur noch das pure Weizenglück - mit Butter versteht sich ( "Hallo Croissant!").

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Weiter fährt der lädierte Karren nun in Richtung Supermarché (franz.= Supermarkt). Endlich gibt es hier jetzt wieder Wasser. Denn wir waren zu unserem ganzen Leid und Wehwehchen auch noch kein Wasser mehr. Beim Wildcampen konnten wir abends nichts mehr auffüllen und haben bis jetzt um 14.30 Uhr nur jeder 0,75 Liter intus. Definitiv zu wenig!

Beim Anblick der besseren Hälfte wird dann klar, dass wir trotz Aufhydration heute nicht mehr weit kommen werden. Zum Glück gibt es einen großen Campingplatz in 2 km Entfernung.

Der wird nun angesteuert und dann muss ich zum ersten Mal das Zelt aufbauen - auch eine Erfahrung! Aber ich schaffe es und bin stolz auf mich. Selbst ist die Frau, selbst ist das Moppelchen. Yeah!

Hier wird nun erstmal geruht und auf ein Wunder gehofft.

Morgen ist ein neuer Tag, mal gucken, was der uns wieder bringt ...

Ein bisschen Schiss habe ich ja schon, wenn ich ehrlich bin, aber trotzdem versuche ich mich an das Wunder zu klammern, denn ich bin und bleibe eine heillose Optimistin!

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